Last but not least

So, der letzte "komplette" Tag hat uns nun eingeholt. New York Pass aufgebraucht, Metro-Karte leer, Bargeld bis auf wenig Hartgeld auch. 
Heute noch mal kurz in Brooklyn gewesen, damit Dietmar "seine" Avenue fotografieren kann. Großartig aufgehalten haben wir uns dort nicht. Die Gegend war eher...grenzwertig.
Großes Highlight heute: Das 9/11 Museum. Ganz anders als das Tribute Center, aber absolut lohnenswert und ein Muss. Zum Glück auch nicht so todtraurig, wenn auch trotz allem sehr bedrückend. Aber ebenso interessant! Ach ja, heute zur Abwechslung mit Sauwetter. Schnee und Kälte, beides nicht so toll, da kam der Museumsbesuch genau richtig ;-)

Anschließend noch einen Besuch auf dem Broadway, dem M&M und dem Disney Store und das war es dann auch.

Morgen geht's heim. ***We'll come back!***
Jetzt "reicht" es auch erstmal. Füße kaputt, Kopf rappelvoll und nicht mehr aufnahmefähig und Geldbeutel leer. Aber wir sagen: Sofort und jederzeit wieder! New York ist ausnahmeslos seine Reise wert!
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Und Sonntag geht es in die Kirche...denn Sonntag ist Kirchentag

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Hop on, hop off

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Heute waren wir früh im 9/11 Memorial und Tribute Center. Es ist unfassbar.  Wenn man an dem Denkmal steht begreift man erst so richtig,  was da passiert ist. Im Tribute Center selbst sind Augenzeugenberichte mit Bildern dargestellt. Sehr bedrückend,  sehr traurig wenn man das liest und sieht. Anschließend waren wir direkt um die Ecke von der St.Pauls Chaple, die tatsächlich laut den Beschreibungen und Bildern wie eine Mauer zwischen der zusammenstürzenden Türme und der anderen Straßenseite gewirkt haben soll und von welcher auch Hilfe während des Crashs erfolgt ist. Das Fire Departement haben wir gesehen, allerdings nur von außen. 

Trotz diesen anderen Eindrücken haben wir auch noch die Wall Street abgelaufen und das National Museum of History besucht. Das Museum war schon sehr cool und doch ganz anders, als man es aus Deutschland kennt. 

Erst Champagner, dann Schotter. Unser Tag in Soissons

Unser Tag begann heute so, wie ein Montag im Urlaub eigentlich immer beginnen sollte:

Um 10:30 Uhr mit einer Champagnerprobe. 🤭🥂 Dietmar versuchte irgendwann, den verantwortungsbewussten Erwachsenen zu geben und winkte beim nächsten Glas ab. Schließlich müsse er noch fahren.

Die Antwort unseres Gastgebers:

„No problem. Police don’t look.“

Nun denn. 😂

Wir entschieden uns trotzdem für die etwas konservativere Variante: Dietmar hört auf zu probieren – und wir kaufen den Champagner einfach. Schließlich muss man die regionale Wirtschaft unterstützen. Und wenn es um solche Dinge geht, nehmen wir unsere gesellschaftliche Verantwortung ausgesprochen ernst.


Weiter ging es zum Camping-Car-Park in Ciry-Salsogne, rund 13 Kilometer von Soissons entfernt.

Und der Platz machte zunächst richtig Hoffnung: viel Grün, Bäume, Ruhe und unser Womo mittendrin. Fast ein bisschen Waldcamping.

Wir hätten misstrauisch werden sollen.

Denn nun kamen die Fahrräder raus.

Unser persönlicher Routenplaner ChatGPT hatte eine schöne Strecke am Wasser entlang gefunden.

Danke dafür. Wirklich.

Am Wasser ging es tatsächlich entlang.

Allerdings auch über ungefähr fünf Kilometer Schotter, Brennnesseln, Äste und Wege, bei denen wir mehrfach überlegten, ob das wirklich noch eine Fahrradroute oder bereits eine Aufnahmeprüfung für „Survival in Frankreich“ war.

Landschaftlich teilweise wunderschön.

Fahrtechnisch eher:

„Welcher Idiot hat uns eigentlich hier langgeschickt?“

Ach ja. ChatGPT. 😂 Fahrradfahren in Soissons ist einfach zum Kotzen

Mit Erreichen der Stadt hegten wir kurz die Hoffnung, dass es nun besser würde.

Wurde es nicht.

Fahrradfahren in Soissons ist einfach zum Kotzen. Wenn überhaupt Radwege vorhanden sind, sind sie teilweise so schmal an die Straße gequetscht, dass man sich fragt, ob sie für Fahrräder gedacht sind oder vielleicht doch eher für sportliche Regenwürmer.

Dazu wuselig viel Verkehr und Autofahrer, deren Verständnis von Sicherheitsabstand und Rücksichtnahme sich offenbar deutlich von unserem unterscheidet.

Und hat man sein Ziel endlich erreicht, folgt die nächste Herausforderung:

Wo zum Teufel schließt man hier eigentlich zwei Fahrräder vernünftig an?

Reims hatte auf unserer persönlichen Fahrrad-Katastrophenskala bereits eine 12 von 10 bekommen.

Soissons bewirbt sich gerade erfolgreich um einen Platz auf dem Treppchen.


Zum Glück kann Soissons Geschichte

Denn abseits des Fahrradfahrens hat die Stadt einiges zu bieten.

Soissons gehört zu den ältesten Städten Frankreichs. Schon zur Römerzeit war der Ort bedeutend, später spielte Soissons eine wichtige Rolle im fränkischen Reich und ist eng mit Chlodwig I. verbunden.

Unser erstes Ziel war die Kathedrale Saint-Gervais-et-Saint-Protais.

Und die ist wirklich beeindruckend.

Der Bau begann im 12. Jahrhundert und zog sich über mehrere Jahrhunderte. Deshalb lassen sich an ihr unterschiedliche Entwicklungsphasen der Gotik erkennen. Auffällig ist außerdem, dass sie nur einen großen Westturm besitzt – der zweite wurde nie fertiggestellt.

Im Ersten Weltkrieg wurde die Kathedrale schwer beschädigt und später restauriert.

Von außen ist sie schon gewaltig, aber richtig beeindruckt hat uns der helle, unglaublich hohe Innenraum. Diese langen Säulen, die Spitzbögen und ganz hinten die große farbige Rosette – da wird man automatisch etwas stiller.

Was nach der Fahrradtour vielleicht auch ganz gut war. 😄

Eine Kirche, bei der die Kirche fehlt

Von der Kathedrale gingen wir zu Fuß weiter zur Abbaye Saint-Jean-des-Vignes.

Die ehemalige Abtei wurde bereits im 11. Jahrhundert gegründet und entwickelte sich zu einem bedeutenden und wohlhabenden Kloster.

Von Weitem sieht sie mit ihren beiden mehr als 75 Meter hohen gotischen Spitzen fast wie eine zweite Kathedrale aus.

Das Überraschende:

Die eigentliche Kirche ist weitgehend verschwunden.

Nach der Französischen Revolution wurden große Teile der Anlage abgetragen. Übrig geblieben sind unter anderem die monumentale Fassade, Teile des Kreuzgangs, Klostergebäude und beeindruckende Gewölberäume.

Man läuft also durch jahrhundertealte Bögen und plötzlich endet die Kirche einfach im Himmel.

Das hat schon was.

Von einem der beiden berühmten Türme sahen wir allerdings hauptsächlich:

Gerüst. Sehr viel Gerüst. Unglaublich viel Gerüst.

Wir vermuten, Frankreich lagert derzeit sein nationales Stahlreservat in Soissons. 😂

Und irgendwann braucht der Mensch Pancakes

Nach der Abbaye liefen wir zurück zur Kathedrale, sammelten unsere Fahrräder wieder ein und fuhren runter ans Wasser.

Nach Kultur, Schotter, Brennnesseln und französischem Straßenverkehr hatten wir uns eine Pause verdient.

Und die fiel ausgesprochen gut aus:

Amerikanische Pancakes mit Spiegelei, Käse und knusprigem Bacon.

Süß trifft salzig trifft herzhaft.

Klingt zunächst ein bisschen wild, war aber richtig lecker.

Dazu ein Glas Rosé, Sonne, blauer Himmel und ein Platz direkt am Wasser.

Und siehe da:

Der Soissons-Aggressionspegel sank schlagartig. 🍷😂

Wir haben aus der Hinfahrt gelernt!

Nach einem kurzen Einkaufsstopp mussten wir natürlich auch wieder zurück zum Wohnmobil.

Aber wir sind ja lernfähig.

Keine Abenteuerwege mehr.

Keine Brennnesseln.

Kein Schotter.

Keine französische Variante von Indiana Jones und der verschwundene Radweg.

Diesmal nehmen wir einfach die Hauptstraßen!

Super Idee.

Das war auch kein Spaß. 😂

Damit lautet unser abschließendes Urteil zum Radfahren rund um Soissons:

Am Wasser ist es abenteuerlich, in der Stadt chaotisch und an der Hauptstraße unangenehm. Man hat also immerhin Auswahl.

Trotz allem hat sich Soissons absolut gelohnt.

Die Kathedrale ist wunderschön, die Abbaye Saint-Jean-des-Vignes außergewöhnlich und zwischendurch gab es genug Momente, bei denen wir einfach nur staunen konnten.

Und wenn ein Tag morgens um halb elf mit Champagner beginnt und nachmittags mit Pancakes und Rosé am Wasser weitergeht, kann er eigentlich gar nicht komplett schlecht sein.

Heute hatten wir jedenfalls alles.


Wo es morgen hingeht?

Wissen wir noch nicht. Wir schauen nachher in Ruhe.


Fest steht nur:

Wir arbeiten uns langsam Richtung Küste vor. 

Und vielleicht gibt es dort ja Radwege.


Man darf schließlich träumen. 😂

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